Dr. med. Helmut Forstbauer
Priv.-Doz. Dr. med. Carsten Ziske
Dr. med. Ruth Reihs
Dr. med. Ernst Rodermann
Andreas Diel

Wie finde ich die Unterstützung, die ich wirklich brauche?

Wie finde ich die Unterstützung, die ich wirklich brauche?

Krebs oder bösartige Bluterkrankungen sind nach wie vor eine existenzielle Bedrohung. Ob sie erfolgreich behandelt werden können, hängt nicht allein vom medizinischen Fortschritt ab. Genauso entscheidend ist die Kommunikation zwischen allen Beteiligten. Wie das gelingen kann, haben wir Ihnen in Fragen und Antworten zusammengestellt.

In meiner „Karriere“ als Patient habe ich viele verschiedene Ärzte kennengelernt. Mit manchen bin ich besonders gut klar gekommen, bei anderen hatte ich das Gefühl, ich müsste die Behandlung über mich ergehen lassen. Woran liegt das?

Auch Ärzte sind nur Menschen, und deshalb spielt die „Chemie“ zwischen Arzt und Patient eine wichtige Rolle. Entscheidend sind aber auch die gegenseitigen Erwartungen aneinander. Es gibt Patienten, die wollen ihrem Doktor einfach folgen, ohne aufwändige Erläuterungen. Andere benötigen sehr detaillierte Informationen, können sich für eine Behandlung manchmal erst entscheiden, wenn sie eine zweite Meinung gehört haben. Wieder andere brauchen viele Infos, wünschen sich aber jemanden, der diese für sie ordnet und bewertet. Ärzte können verschiedene Rollen einnehmen, und es ist wichtig, dass man als Patient sagt, was man von seinem Arzt erwartet.

Welche Rollenerwartungen haben Ärzte an ihre Patienten? 

Das hat sich im Lauf der letzten zwanzig, dreißig Jahre sehr verändert. Noch in den 1970-er Jahren war es üblich, dem Patienten die ärztliche Entscheidung einfach nur mitzuteilen. Angehörigen wurde meist mehr erzählt, Patienten sollten „geschont“ werden. In unserer Praxis richten wir uns nach den Wünschen unserer Patienten: Wir können sehr sparsam mit Informationen umgehen, wir können aber auch das praktizieren, was gemeinhin als „geteilte Verantwortung“ bezeichnet wird.

Das heißt, Arzt und Patient entscheiden gemeinsam?

Prinzipiell ja. Als Arzt hat man allerdings die Verpflichtung, dem Patienten die entscheidenden Informationen in einer Form nahezubringen, die der Patient auch versteht. Mit anderen Worten: Der Patient muss wirklich verstanden haben, für oder gegen was er sich konkret entscheidet.

Kann man wirklich immer alles besprechen? Oder gibt es auch Situationen, in denen Sie als Arzt allein bestimmen?

Solche Situationen gibt es natürlich. Wenn zum Beispiel Gefahr für Leib und Leben besteht, muss unverzüglich gehandelt werden. Bei Herzinfarkt, Ohnmacht, aber auch bei akutem Darmverschluss bin ich als Arzt zur sofortigen Hilfeleistung verpflichtet.

Ich habe mit vielen unterschiedlichen Fachärzten zu tun gehabt, bin im Krankenhaus operiert worden. Manchmal wird mir regelrecht schwindlig, und ich frage mich, ob die einzelnen Ärzte denn immer über alle nötigen, mich betreffenden Informationen verfügen – sprich: wer den Überblick behält.

Genau diesen Anspruch haben wir bei uns in der Praxis. Bei uns können Sie nicht nur eine ambulante Chemotherapie machen, Sie können sicher sein, dass wir über alles, was mit Ihnen geschieht, gut informiert sind. Wir begreifen uns sozusagen als Lotse durch den Behandlungsdschungel. Damit wir diese Funktion tatsächlich erfüllen können, ist es allerdings wichtig, dass Sie uns all das mitteilen, was für Ihre Betreuung wichtig ist.

Was meinen Sie konkret?

Wenn Sie zusätzlich etwas für Ihre Gesundheit tun wollen, wenn Sie andere Spezialisten, etwa Heilpraktiker oder naturheilkundlich tätige Ärzte aufsuchen, dann sollten wir darüber informiert sein. Nicht, weil wir Sie kontrollieren oder  maßregeln wollten, sondern weil es eine Stelle geben muss, an der alle Ihre Gesundheitsinformationen archiviert sind. Nennen Sie uns Ihre Wünsche, informieren Sie uns gegebenenfalls über eine Patientenverfügung, die Sie verfasst haben. Denn wir wollen Sie genau so betreuen, wie Sie es sich wünschen.

Das hört sich richtig gut an. Aber haben Sie für all das, was Patienten dann von Ihnen wollen, auch genügend Zeit?

Das kommt natürlich ein bisschen auf die Perspektive an. Was der eine als ausreichend empfindet, ist für den anderen völlig unzureichend. Sie sollten, wenn Sie komplexere Themen zu besprechen haben, uns bei der Terminvereinbarung einen entsprechenden Hinweis geben. Dann wird mehr Zeit sein als in der Routinesprechstunde.

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