Die Therapie-Entscheidung bei malignen Lymphomen orientiert sich immer am Einzelfall. Wird die Krankheit im Anfangsstadium erkannt, ist es häufig sinnvoll, zunächst abzuwarten und zu beobachten.
Diese Zurückhaltung hat nichts mit einer Kapitulation der Ärzte vor der Erkrankung zu tun. Vielmehr geht man in solchen Fällen davon aus, dass die Nebenwirkungen einer Strahlen- oder Chemotherapie den Nutzen der Behandlung überwiegen würden. Außerdem kommt es bei malignen Lymphomen in nicht wenigen Fällen auch zu einem spontanen Stillstand der Erkrankung (Spontanremission).
Wenn sich im Laufe der Beobachtung herausstellt, dass eine Behandlung sinnvoll geworden ist, kommen zunächst Strahlen- und Chemotherapie in Betracht. Die Strahlentherapie wird in der Regel bei langsam wachsenden malignen Lymphomen eingesetzt, die sich damit zielgenau behandeln lassen. Chemotherapeutika, häufig kombiniert mit im Labor hergestellten Antikörpern, werden vor allem dann verabreicht, wenn das maligne Lymphom bereits an mehreren Stellen im Körper nachweisbar ist. Chemotherapeutika wirken auf alle sich teilenden Zellen, Antikörper hingegen erkennen bestimmte Strukturen auf der Oberfläche von Lymphozyten und bekämpfen so gezielt B- und T-Zellen.
Stammzelltransplantation – ein neues Immunsystem entsteht
Bei vielen Patienten mit bestimmten malignen Lymphomen, wie etwa dem multiplen Myelom oder der Chronisch-lymphatischen Leukämie (CLL) ist eine sogenannte Stammzelltransplantation sinnvoll.
Die theoretische Überlegung dahinter klingt überzeugend: Alle Lymphozyten stammen letztlich aus Knochenmarkzellen. Wenn man alle Knochenmarkzellen eines Patienten zunächst radikal vernichtet, vernichtet man damit auch alle Lymphomzellen und deren Vorläufer. Durch die anschließende Injektion krebsfreier Knochenmarkstammzellen – die vom Patienten selbst oder von einem passenden Fremdspender stammen können – soll dann sozusagen das Immunsystem neu entstehen. Im Idealfall ist der Patient anschließend geheilt.
In der Praxis hat sich diese Behandlung wie gesagt bei bestimmten malignen Lymphomen sehr bewährt. Allerdings sind ihre Risiken nicht zu unterschätzen: Das Immunsystem wird vorübergehend komplett außer Funktion gesetzt, das heißt, jede banale Infektion kann tödlich enden. Außerdem zieht sich die Behandlung in der Regel über Monate hin. Nicht jeder Patient ist dieser Belastung gewachsen.
Anlass für Optimismus
Insgesamt aber gibt es bei der Behandlung maligner Lymphome Anlass für Optimismus: Die Fortschritte in den letzten Jahren sind beträchtlich. In den Frühstadien sind maligne Lymphome heute heilbar, in späteren Stadien gelingt es, die Lebenszeit bei guter Lebensqualität deutlich zu verlängern. Zu den unterschiedlichen malignen Lymphomen bietet die Deutsche Leukämie- und Lymphomhilfe e.V. in ihrem Internet-Auftritt weitere Detailinfos: www.leukaemie-hilfe.de.