Die Zeitung referiert unter diesem Titel die Ergebnisse einer wichtigen Studie, in der Daten von etwa einer halben Million anfangs gesunder US-Amerikaner ausgewertet wurden.
Fleischkonsum und Krebsrisiko
In den acht Jahren der Beobachtungszeit entwickelten etwa 54.000 der Studienteilnehmer einen bösartigen Tumor, und die Forscher gewannen wichtige Erkenntnisse zum Zusammenhang zwischen Ernährungsgewohnheiten und Krebsrisiko: Wer pro Tag etwa 180 Gramm Rind-, Schweine- oder Lammfleisch zu sich nahm, hatte in dieser Studie ein um etwa 24 Prozent höheres Risiko an Dickdarm- oder Enddarmkrebs zu erkranken als derjenige, der seinen Fleischkonsum auf etwa 30 Gramm pro Tag beschränkte.
Auch der Konsum von „verarbeitetem Fleisch“ – also gekochtem oder geräuchertem Schinken, Salami oder anderen Wurstwaren – bedeutete in dieser Studie ein um 20 Prozent höheres Darmkrebsrisiko. Auch das Lungenkrebsrisiko stieg in der Gruppe der Vielfleisch-Esser an: beim Verzehr von rotem Fleisch um 20, beim Verzehr von verarbeitetem Fleisch um 16 Prozent.
Einschränkungen
Allerdings können die Untersucher nicht ausschließen, dass auch andere Lebensstil-Gewohnheiten für den Anstieg des Krebsrisikos verantwortlich gewesen sein könnten. Welchen Anteil das Rauchen oder das Übergewicht der Studienteilnehmer hatten, wird in der Studie nicht wirklich klar. In der englischen Original-Publikation heißt es zum Schluss daher einschränkend, die Ergebnisse unterstützten die Annahme, dass die Reduzierung des Fleischkonsums zu einer Verringerung unterschiedlicher Krebserkrankungen führen könne. Eine sehr viel zurückhaltendere Schlussfolgerung also als die Überschrift zu diesem Beitrag vermuten lässt.
Schlussfolgerung
Drei wichtige Schlussfolgerungen ergeben sich aus dieser hier nur exemplarisch vorgestellten Studie:
1. Es ist wichtig und sinnvoll, Krebsrisikofaktoren zu kennen und sie wo immer möglich zu minimieren.
2. „Ernährung und Krebs“ ist ein sehr komplexes Thema, das sich nicht mit Hilfe nur einer Studie abschließend darstellen lässt.
3. Es macht in der Medizin so gut wie nie Sinn, das eigene Verhalten nur aufgrund von einzelnen Studienergebnissen radikal umzustellen.
Ernährung ist ein Teil unseres Lebensstils, und dieser hat insgesamt Einfluss auf unsere Krankheitsanfälligkeit. Wer sich etwas Gutes tun und seine Gesundheit fördern will, der kann mit der schrittweisen Umstellung seines Lebensstils eine Menge tun.
Lebensstilanpassung
Die Vielzahl der dazu veröffentlichten Studien kann man nach jetzigem Stand des Wissens in folgende Ratschläge „übersetzen“:
Für Lebensqualität gibt es kein Patentrezept. Die Einhaltung dieser Ratschläge ist keine Garantie für ein erfülltes Leben. Entscheidend ist letztlich, was Sie wollen. Uns geht es nur darum, Sie vor vorschnellen Reaktionen auf immer wieder publizierte neue Erkenntnisse zum Thema Krebs und Ernährung zu bewahren. Wenn Sie dazu weitere Fragen haben, sprechen Sie uns einfach an. Gemeinsam werden wir herausfinden, was für Sie persönlich das Beste ist.