Dr. med. Helmut Forstbauer
Priv.-Doz. Dr. med. Carsten Ziske
Dr. med. Ruth Reihs
Dr. med. Ernst Rodermann
Andreas Diel

Bisphosphonate

Bisphosphonate

"Die sogenannten Bisphosphonate behandeln die Folgen der Knochenmetastasen gezielt und sehr wirkungsvoll. Ursprünglich stammen die Bisphosphonate aus der Osteoporosebehandlung, wurden also gezielt zur Stabilisierung brüchiger Knochen entwickelt. Bisphosphonate verbinden sich besonders stark mit dem Knochen, so dass der Knochenabbau durch die Osteoklasten erschwert wird.

Bisphosphonate lassen sich gut mit anderen krebswirksamen Medikamenten kombinieren. Sie können daher eine laufende Hormon- oder Chemotherapie problemlos ergänzen. Die Behandlung erfolgt ambulant in einer Fachpraxis oder einer Klinik.

In den letzten Jahren ist die Entwicklung der Bisphosphonate weiter fortgeschritten. Moderne Bisphosphonate, zu denen z.B. das Zoledronat (Zoledronsäure) gehört, zeichnen sich durch eine schnelle, bessere und lang anhaltende Wirksamkeit aus. Zoledronat hat gegenüber anderen Bisphosphonaten weitere Vorteile: Während die Standard-Infusionen bisher zwei Stunden dauern, nimmt eine Infusion mit Zoledronat mindestens 15 Minuten in Anspruch. Auch in Tablettenform stehen Bisphosphonate jetzt zur Verfügung (Clodronat, Ibandronat). Die Bisphosphonat-Tabletten eignen sich gut für eine Langzeittherapie. Patienten müssen keine zusätzlichen Arztbesuche und Infusionszeiten auf sich nehmen, sondern können die Tablette zu Hause oder unterwegs einnehmen. Auch Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion profitieren von der oralen Therapie, da die Nierenverträglichkeit von oralen Bisphosphonaten in klinischen Studien nachgewiesen werden konnte.

Zusätzlich zu ihrer Wirksamkeit bei Knochenmetastasen wird diskutiert, ob frühzeitige Gaben von Bisphosphonaten – also bereits vor dem Auftreten von Knochenmetastasen – günstig sein könnten. Möglicherweise besitzen die Wirkstoffe auch eine direkte Anti-Tumor-Wirkung und könnten somit – adjuvant in Kombination mit anderen Therapien eingesetzt – die Streuung von Krebszellen hemmen. Allerdings waren die Studienergebnisse dazu bisher nicht einheitlich.

Bisphosphonate sind sehr gut verträglich. Am Anfang der Therapie kommt es bei manchen Patientinnen zu grippeähnlichen Beschwerden, wie Kopf- und Gliederschmerzen oder Fieber. Führt man die Behandlung fort, verschwinden diese Symptome meist wieder. Bei einer Langzeittherapie sollte jedoch auf die Nierenfunktion geachtet werden. Ungeeignet sind Bisphosphonate für schwangere oder stillende Frauen." (zitiert aus Deutsche Krebsgesellschaft)

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