Dr. med. Helmut Forstbauer
Priv.-Doz. Dr. med. Carsten Ziske
Dr. med. Ruth Reihs
Dr. med. Ernst Rodermann
Andreas Diel

Gentest für Brustkrebspatientinnen

Gentest für Brustkrebspatientinnen

Im Brustzentrum Rhein-Sieg am St. Josef-Hospital in Troisdorf wird seit September diesen Jahres bei Frauen mit einer Brustkrebserkrankung ein neuer Gentest eingesetzt, der Patientinnen eine unnötige Chemotherapie ersparen soll.

Viele Brustkrebspatientinnen erhalten nach der Operation eine Chemotherapie, um ein erneutes Auftreten der Krankheit zu verhindern. Diese Behandlung kann eine Einschränkung der Lebensqualität und eine Reihe von Nebenwirkungen haben, wie zum Beispiel Haarausfall, Übelkeit, Erbrechen oder verfrühte Wechseljahre.

Videobeitrag im WDR zur MINDACT-Studie

Um Patientinnen identifizieren zu können, die eine Chemotherapie eventuell nicht benötigen, wurde dafür in den Niederlanden ein Gentest entwickelt.Der neue Gentest untersucht nun im Rahmen der europaweiten MINDACT-Studie, wie wahrscheinlich das Auftreten eines Rückfalls ist. Dadurch kann bei einigen Frauen möglicherweise auf die belastende Therapie verzichtet werden.

Die MINDACT-Studie richtet sich an Betroffene mit Brustkrebs im Frühstadium, deren Tumore noch nicht gestreut haben. Alle Patientinnen werden, unabhängig davon, ob sie eine Chemotherapie erhalten, engmaschig überwacht. Die Teilnahme ist freiwillig. Das klinische Forschungsprojekt steht unter der Aufsicht der EORTC, der Europäischen Organisation für Forschung und Behandlung von Krebs mit Sitz in Belgien und wird in Kooperation mit den nationalen Krebsorganisationen durchgeführt.

In Deutschland nehmen momentan 15 Kliniken bzw. Praxen an der MINDACT Studie teil. Im südlichen Rheinland ist das Brustzentrum Rhein-Sieg in Kooperation mit dem Praxisnetzwerk Hämatologie/internistisch Onkologie eines von zwei teilnehmenden Zentren, in denen Patientinnen mit Brustkrebs diese individualisierte Therapie ermöglicht wird. Interessentinnen erhalten mehr Informationen unter 0 22 41 - 80 18 71.

Gesamte Pressemitteilung [PDF 110 KB]
Bericht über die Studie im Kölner Stadtanzeiger

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